Ihr Körper verwandelt Alkohol in ein Neurotoxin. Die Genetik hilft nicht.

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Wir wissen, dass Alkohol das Gehirn verdirbt. Das ist nicht neu. Neu – und noch schlimmer – ist die Erkenntnis, dass nicht der Alkohol den direkten Schaden verursacht. Es ist das Aufräumteam.

Konkret handelt es sich um Acetaldehyd.

Auf dem jüngsten Treffen der Research Society on Alcohol präsentierte ein Forscher der University of Georgia – Nagalakshmi Balasubramaian – Daten, die chronischen starken Alkoholkonsum mit den Entstehungswegen der Alzheimer-Krankheit in Verbindung bringen. Nicht nur „vielleicht“. Mechanistisch. Die giftige Verbindung, die Ihre Leber produziert, wenn sie Ethanol verstoffwechselt, ist hier der Übeltäter.

Acetaldehyd bleibt nicht einfach hängen. Es schürt Entzündungen und Stoffwechselstörungen im Gehirn.

Normalerweise scheidet Ihr Körper Acetaldehyd schnell aus. Ein Enzym namens ALDH2 isst es zum Frühstück. Aber starker Alkoholkonsum überfordert dieses System. Das Gift sammelt sich an. Es sitzt da. Und während es anhält, löst es oxidativen Stress, Stimmungsschwankungen und den frühen sozialen Rückzug aus, der oft mit einfachem Hunger verwechselt wird. Oder müde. Oder traurig.

Ist es Traurigkeit? Oder ist es das erste Zucken der Neurodegeneration?

Im Moment schwer zu sagen. Für die Studie wurden Mäuse verwendet. Immer Mäuse.

Sie verwendeten einen bestimmten Stamm: Mäuse mit der genetischen Variante ALDH2*2. Klar, Menschen teilen mehr als 95 % ihrer DNA mit Mäusen. Aber der Schlüssel hier ist das Gen.

Bekommt man beim Trinken ein rotes Gesicht? Heiße Haut. Brennendes Gefühl? Sie haben wahrscheinlich dieselbe Variante. Die meisten Leute denken, dass die „Alkohol-Flush-Reaktion“ nur eine kleine kosmetische Peinlichkeit ist. Das ist es nicht. Es ist eine biologische Alarmglocke.

Diejenigen mit der ALDH2*2-Variante klären Acetaldehyd schlecht. Das Gift bleibt länger. Längere Aufenthalte bedeuten mehr Schaden. Speziell gegen Tau-Proteine und allgemeine Gehirnentzündungen. Das sind die Kennzeichen von Alzheimer.

Balasubramanian nennt dies „beschleunigtes Altern“. Die Schrift ist an der Wand, lange bevor der Gedächtnisverlust einsetzt.

Ein paar Vorbehalte, denn Panik nützt niemandem:

  • „Starker Alkoholkonsum“ bedeutet hier mehr als 15 Drinks/Woche für Männer und mehr als 8 Drinks/Woche für Frauen, über einen längeren Zeitraum anhaltend.
  • Das sind Nagetierdaten. Noch keine menschliche Bestätigung.
  • Genetik lädt die Waffe; Umgebung drückt den Auslöser. Das Gen zu haben bedeutet nicht, dass man zum Scheitern verurteilt ist. Viel Trinken macht das schwere Heben.

Dennoch ist es eine Pause wert. Wenn Ihre Wangen nach einem Glas Wein leuchtend rot werden, ist Ihr Gehirn stärker belastet, als Sie denken. Der Flush ist die Spitze des Eisbergs. Unter der Oberfläche nagt das Toxin an Nervenbahnen, die mit Alzheimer im Frühstadium in Verbindung stehen.

Wir brauchen nicht in Panik zu geraten. Betrachten Sie das dritte Glas vielleicht etwas anders. Die Wissenschaft ist früh. Aber der Mechanismus fühlt sich solide an.