Warum Intervalle den Steady State schlagen

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Cardio hat einen schlechten Ruf, weil es langweilig ist.

Die meisten von uns stellen es sich in einfachen Worten vor: verbrannte Kalorien, erreichte Herzfrequenzzone, Schweißverlust. Sie steigen auf das Fahrrad oder auf das Laufband, bleiben eine Stunde lang in „Zone 2“ und gehen tugendhaft davon. Und sicher, das hat auch seine Berechtigung. Aber wir ignorieren den wahren Motor der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Ihre Blutgefäße selbst.

Arterien sind keine Rohre. Sie sitzen nicht da und warten darauf, dass Blut durch sie fließt.

Sie sind lebendes Gewebe.

Sie reagieren jeden Tag auf Stress, Schlaf, Entzündungen, Glukosespiegel und Bewegung. Wenn sie gesund sind, dehnen sie sich wie neues Gummi aus. Wenn es ihnen schlecht geht, versteifen sie sich, sind entzündet und starr. Dies geschieht Jahre bevor bei Ihnen jemals eine Herzerkrankung diagnostiziert wird. Jahre.

Die Schiffsgesundheitskrise beginnt lange vor der Diagnose.

Forscher verfügen über ein spezielles Instrument zur Messung dieses unsichtbaren Rückgangs, die Endothelfunktion. Es handelt sich im Wesentlichen um ein Zeugnis darüber, wie gut sich Ihre Gefäßwand erweitert und den Verkehr reguliert. Eine umfangreiche neue Analyse im European Heart Journal hat gerade einige unbequeme Daten für Steady-State-Cardio-Liebhaber veröffentlicht.

Die Studie untersuchte 37 separate Studien. Fast 7.000 Teilnehmer. Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz. Anstelle eines einfachen A-vs-B-Vergleichs verwendeten die Autoren eine Netzwerk-Metaanalyse. Dadurch konnten sie alle Übungsmodalitäten gleichzeitig betrachten.

Sie verglichen die üblichen Verdächtigen:

  • Moderate Aerobic-Übungen (zügiges Gehen, gleichmäßiges Radfahren)
  • Hochintensives Intervalltraining (HIIE)
  • Widerstandstraining (Gewichte heben)
  • Kombinierte Programme

Dann überprüften sie die Marker auf Flow-Mediated Dilatation (FMD). Wie flexibel sind diese Rohre grundsätzlich?

Das Ergebnis war eindeutig. Intervalltraining gewonnen.

Hier erfahren Sie, warum es wichtig ist.

Wenn Sie 45 Minuten lang im gleichen Tempo laufen, ist der Blutfluss konstant. Es ist sicher. Es ist bequem. Aber Komfort ist der Feind der Anpassung.

Während hochintensiver Intervalle fließt der Blutfluss nicht nur, er steigt an.

Beim Sprinten prallt es gegen die Gefäßwände und erholt sich dann wieder. Diese schnelle Fluktuation erzeugt „Scherspannung“. Das hört sich nach einer schlechten Sache an, nach Stress auf eine schlechte Art und Weise. Es ist tatsächlich das Beste, was Ihre Arterien sich wünschen können. Diese Reibung sagt den Zellen: „Wach auf.“ Es löst die Produktion von Stickstoffmonoxid aus, wodurch die Gefäße geschmeidiger werden.

Widerstandstraining? Weitaus weniger konsistente Vorteile. Das Studium war oft zu kurz. Vielleicht brauchten sie einfach mehr Zeit, vielleicht auch nicht. Moderates Cardio-Training war zwar besser als Nichtstun, aber HIIE übertraf moderates Cardio-Training deutlich.

Müssen wir also sechs Tage lang sprinten, bis wir kotzen?

Nein. Das haben die Autoren deutlich gemacht. Mäßige Bewegung hilft immer noch. Wenn Sie jedoch die maximale Gefäßverbesserung wünschen, ist Abwechslung wichtiger als Volumen.

Denken Sie darüber nach. Warum sollte sich Ihr Körper stark an einen Reiz anpassen, den er bereits vorhersagt?

Ihre Arterien leben vom Unerwarteten.

Sie brauchen diesen kurzen Schock. Auf die harte Minute folgte die Erholung. Es könnte sein, dass man einen brutalen Hügel hinaufradelt. Schnell rudern und dann langsamer rudern. Wechseln Sie einfach Ihr Tempo, damit das System nie träge wird.

Dies ist eine dieser stillen Wahrheiten im Gesundheitsbereich, die selten für Schlagzeilen sorgen. Wir konzentrieren uns auf Cholesterin. Wir achten auf unseren Ruhepuls. Aber die Flexibilität der Gefäßwand könnte das früheste und aussagekräftigste Zeichen dafür sein, wie Sie altern werden.

Sie können Ihre langen, gleichmäßigen Fahrten fortsetzen. Sie haben immer noch einen Wert. Aber wenn jede Minute genauso aussieht wie die davor, könnte es sein, dass Ihnen der einzige Impuls entgeht, der einen echten Strukturwandel erzwingt.

Bringen Sie einfach wieder etwas Chaos in die Mischung.

Sehen Sie, wie Ihr Körper mit dem Schalter umgeht.