Umgang mit Angstzuständen bei chronisch entzündlicher demyelinisierender Polyneuropathie (CIDP)

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Die chronisch entzündliche demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) stellt nicht nur körperliche Herausforderungen, sondern auch erhebliche psychische Belastungen dar. Die Diagnose selbst, unvorhersehbare Symptomausbrüche und die langfristige Natur der Erkrankung können zu einem medizinischen Trauma und anhaltenden Angstzuständen führen. Es gibt jedoch praktische Strategien, um mit diesen Ängsten umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.

Die psychologischen Auswirkungen von CIDP

Der Erhalt einer CIDP-Diagnose kann zutiefst beunruhigend sein, da bei manchen Menschen Symptome auftreten, die einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ähneln. Der Diagnoseprozess – einschließlich Nervenleitungstests, MRTs und Lumbalpunktionen – ist von Natur aus stressig. Nach der Diagnose führt die schwankende und unvorhersehbare Natur der CIDP-Symptome zu einer anhaltenden psychischen Belastung. Sogar vertraute Empfindungen wie Kribbeln können Angst auslösen, da nicht sicher ist, ob sie einen Rückfall oder eine Erholung der Nerven signalisieren.

Über die körperlichen Symptome hinaus trägt der mit CIDP verbundene Verlust der Unabhängigkeit zur Angst bei. Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und die Abhängigkeit von anderen können Gefühle der Hilflosigkeit und Isolation hervorrufen.

Bewältigungsstrategien für CIDP-bedingte Angstzustände

Mehrere Techniken können helfen, die Angst bei CIDP zu bewältigen. Dazu gehören kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Achtsamkeitsübungen, Atemübungen und die Kultivierung von Selbstmitgefühl.

Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) hilft dabei, unrealistische Angstgedanken zu erkennen und zu hinterfragen und sie durch ausgewogenere Perspektiven zu ersetzen. Achtsamkeit lehrt Sie, sich ohne Urteilsvermögen auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren und so die Reaktionsfähigkeit auf Angstauslöser zu reduzieren. Zwerchfellatmung, wie zum Beispiel die 4-7-8-Technik (4 Sekunden lang einatmen, 7 Sekunden lang anhalten, 8 Sekunden lang ausatmen), aktiviert den Vagusnerv und führt zu Entspannung. Schließlich bedeutet Selbstmitgefühl, sich selbst mit Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen, insbesondere wenn man mit körperlichen Einschränkungen oder Rückschlägen konfrontiert ist.

Praktische Tipps für Termine und Flares

Angst vor neurologischen Terminen ist weit verbreitet. Wenn Sie sich im Voraus vorbereiten, indem Sie Fragen aufschreiben, können Sie sich besser unter Kontrolle fühlen. Das Mitbringen einer Begleitperson kann beruhigend wirken, während die Planung von Ausfallzeiten vor und nach den Terminen Stress reduzieren kann.

Erdungstechniken können auch in stressigen Momenten sofortige Linderung verschaffen:

  • Zeichnen Sie langsam den Umriss Ihrer Hand nach und konzentrieren Sie sich dabei auf Ihren Atem.
  • Beugen Sie Ihre Zehen rhythmisch.
  • Nennen Sie fünf Dinge, die Sie sehen, vier Dinge, die Sie fühlen, drei Dinge, die Sie hören, zwei, die Sie riechen, und eines, das Sie schmecken.

Bei Schüben kann eine vorab geplante Strategie die Panik lindern. Dazu kann gehören, dass Sie wissen, welche Medikamente Sie einnehmen, wann Sie sich ausruhen sollten oder wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten.

Unterstützungsnetzwerke und Wohlbefinden der Pflegekräfte

Der Beitritt zu CIDP-Selbsthilfegruppen bietet die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Ermutigung zu erhalten und sich weniger allein zu fühlen. Psychiater, die mit chronischen neurologischen Erkrankungen vertraut sind, können maßgeschneiderte Behandlungspläne erstellen.

Auch pflegende Angehörige leiden unter Ängsten und ihr Wohlbefinden ist von entscheidender Bedeutung. Ermutigen Sie sie, Unterstützung zu suchen, der Selbstfürsorge Priorität einzuräumen und sich über CIDP zu informieren. Offene Kommunikation und ein gemeinsamer Fackelplan können den Stress für beide Parteien reduzieren.

Schlussfolgerung

Angst ist ein häufiger, aber beherrschbarer Aspekt des Lebens mit CIDP. Durch die Kombination psychologischer Techniken mit praktischen Bewältigungsstrategien können Menschen mit CIDP und ihre Betreuer die Herausforderungen dieser Erkrankung mit größerer Belastbarkeit und Seelenfrieden meistern. Die Suche nach professioneller Unterstützung und die Zusammenarbeit mit der CIDP-Community sind wesentliche Schritte auf dem Weg zu langfristigem Wohlbefinden.